{:de}Während wir dem Rennen immer näher kommen, wächst im ganzen Ort langsam die Anspannung. War es als wir ankamen noch sehr ruhig hier, sind die Strassen mittlerweile dicht gefüllt und das übliche Schaulaufen hat begonnen. Auf der einen Seite die Athleten, wovon viele die Chance nutzen ihre Fitness vor möglichst vielen Menschen zur Schau zu stellen, auf der anderen Seite die Sponsoren und Hersteller die sich und das Event richtig feiern. Für jemanden der das erste Mal hier ist, sicher ein großes Erlebnis. Für Astrid etwas wo sie sich heraus hält und die Ruhe sucht. Bei ihr gilt alle Aufmerksamkeit dem Rennen.

So hat sie gestern noch einmal 80km auf dem Rad trainiert um im Anschluss ein paar Kilometer zu laufen. Die Einheit begann morgens um 07:15 Uhr, da wir erst die Strassen noch etwas abtrocknen lassen wollten. Es hatte schließlich die ganze Nacht vorher geregnet, teilweise wolkenbruchartig. Trotzdem erlebten wir zum ersten Mal den Highway durch die Lavawüste nass. Übrigens etwas, was man sich am Renntag nicht unbedingt wünscht, da dadurch die Luftfeuchtigkeit noch weiter ansteigt und die Körperkühlung durch Schwitzen weniger gut funktioniert.

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Nach der Einheit wurde wie üblich gegessen um anschließend den obligatorischen Mittagsschlaf zu machen. Danach arbeitete Astrid noch an ihrer Rumpfstabilität, während meine Aufgabe darin bestand die Bereifung von Astrids Rennmaschine zu erneuern. So ist sichergestellt, dass Astrid mit neuwertiger und gleichzeitig ein wenig eingefahrener Bereifung in das Rennen geht. So können wir auf den für uns richtigen Reifen die bestmögliche Kombination aus Pannenschutz und Rollwiderstand erreichen. Last but not least wurden die Ritzen abgenommen und vollständig gesäubert, da heute eine neue Kette aufgezogen wurde, welche eine spezielle Beschichtung hat, die die Reibungsverluste noch weiter minimiert. Auch die Radlager haben wir heute durch Keramiklager ersetzen lassen. Alles mit dem Ziel die letzten Watt für Astrid heraus zu holen. Im Hinblick auf den aktuellen Wetterbericht – wir halten ihn jeden Tag im Auge – der am Samstag Windgeschwindigkeiten von 35-40km/h mit Böen in den hohen 40ern vorhersagt, wird Astrid vorne auf ein niedriges Laufradprofil zurückgreifen um möglichst die ganze Radstrecke im Auflieger fahren zu können. Wir werden das Wetter aber weiter verfolgen.

Abends waren wir dann, bevor die Ernährung nun etwas strikter wird, noch mit Mel und Jared in der Kona Brewery – soviel zum Thema es gibt kein Bier auf Hawaii – essen. Pizza und Salat, ein voller Magen und viel Spass waren das Ergebnis. Trotzdem waren wir pünktlich um 20:15 Uhr im Bett.

Heute mit Wochenbeginn stand dann der nächste Entlastungstag auf dem Programm 5km locker traben am Morgen, gefolgt von einer kurzen Schwimmeinheit. Die Schwimmeinheit ist dabei kürzer als geplant ausgefallen, da der Pool kurzfristig aufgrund eines Missgeschickes geschlossen wurde. Jemand konnte wohl seinen Darm nicht kontrollieren und Hygiene geht vor. So kam es dass zahlreiche Sportler, unter anderem auch der amtierende Weltmeister, heute nicht zu ihrer vollständigen Trainingseinheit kamen.

Gleich wird noch Astrids Speedsuit abgeholt, der ihr beim Schwimmen am Samstag noch weitere Sekunden einsparen sollte im Vergleich zu dem Rennen am letzten Samstag und dann ist auch schon wieder ein Tag geschafft und es sind nur noch 4 Tage bis die Kanone am Pier donnert und sich alles in einem Rennen entlädt, wofür Astrid nun schon über ein Jahr hart arbeitet. Vor genau 373 Tage legte sie mit ihrem Sieg beim Ironman Barcelona in einer Zeit von 8:54 den Grundstein um am Samstag als eine der 39 besten Frauen der Welt an der Startlinie zu stehen. 14 Monate Arbeit und Entbehrungen liegen dann hinter ihr und auch ein ziemlich großes finanzielles Investment. Der Körper ist topfit und auch mental ist Astrid bestens vorbereitet. Alles dafür das zu tun, wofür sie brennt, was sie mit Leidenschaft lebt und jeden Tag hart  dafür arbeitet. Sich mit den besten der Welt zu messen und mit allem was sie hat um diese Weltmeisterschaft zu kämpfen.

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Mahalo und Grüße von der Insel

Chris{:}{:en}As we get closer and closer to the race, the tension is slowly growing all over the place. While it was still very quiet when we arrived here, the streets are now crowded and the usual show jumping has begun. On the one hand the athletes, many of whom use the chance to showcase their fitness to as many people as possible, on the other hand the sponsors and manufacturers who celebrate themselves and the event properly. For someone who’s here for the first time, I’m sure it’s a great experience. For Astrid, something to keep out of her mind and seek peace. With her all attention is on the race.

Yesterday she trained again 80km on the bike to run a few kilometers. The unit started at 7:15 a. m., because we wanted to dry the streets a little bit. It had finally rained the whole night before, partly cloudy. Nevertheless, we experienced the highway through the lava desert wet for the first time. By the way, something you don’t really want on race day, because it increases the humidity even more and the body cooling works less well due to sweating.

After the session they ate as usual and then had their obligatory nap. After that, Astrid was still working on her torso stability, while my task was to renew the tyres of Astrid’s racing machine. This ensures that Astrid enters the race with tyres that are as good as new and at the same time a little bit worn. In this way, we can achieve the best possible combination of puncture protection and rolling resistance on the tyres that are right for us. Last but not least, the cracks were removed and completely cleaned, as today a new chain has been fitted with a special coating that minimizes friction losses even further. Today we have also had the wheel bearings replaced by ceramic bearings. All with the goal of taking out the last watt for Astrid. With regard to the current weather forecast – we keep an eye on it every day – which predicts wind speeds of 35-40km/h with gusts in the high 40s on Saturday, Astrid will use a low running wheel profile at the front in order to be able to drive the whole cycle track in the trailer if possible. But we will continue to follow the weather.

In the evening we had dinner with Mel and Jared in the Kona Brewery – so much to the topic there is no beer in Hawaii – before the diet becomes a bit stricter. Pizza and salad, a full stomach and lots of fun were the result. Nevertheless, we were in bed on time at 8:15 pm.

Today with the beginning of the week the next day of relief was on the program 5km trot loose in the morning, followed by a short swimming session. The swim unit is shorter than planned because the pool was closed at short notice due to an accident. I guess someone couldn’t control his bowels, and hygiene is a priority. This is why many athletes, including the reigning world champion, did not manage to complete their training session today.

Astrid’s speedsuit will soon be picked up, which should save her even more seconds in the swimming on Saturday compared to last Saturday’s race and then another day has already been completed and there are only 4 days left until the cannon thunders at the pier and unloads everything in a race, for which Astrid has been working hard for over a year now. Exactly 373 days ago, with her victory at the Ironman Barcelona in a time of 8:54, she laid the foundation stone to be one of the 39 best women in the world at the start line on Saturday. 14 months of work and deprivation are then behind her and also a rather large financial investment. The body is in top shape and also mentally Astrid is well prepared. To do everything for what she burns, what she lives with passion and works hard for every day. Competing with the best in the world and all she has to fight for this World Champs.

Mahalo and greetings from the island

Chris{:}

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