Astrid

„How bad do you want it“

Interview mit Astrid Stienen

Astrid Du hast es vom Triathlonanfänger zur Siegerin eines Ironman in nur 4 Jahren geschafft. Was bedeutet das für Dich?

Es ist der Wahnsinn. Eigentlich war mein Ziel mir selber zu beweisen, dass ich eine Langdistanz schaffen kann. Das ganze hat sich dann etwas verselbstständigt, weil ich einfach so unglaublich viel Freude an dem Sport habe. Ich werde nie die Gänsehaut bei meinem ersten Finish in Roth vergessen oder die Glückshormone als ich in Kona das erste Mal ins Ziel gelaufen bin. Die Siege in Schweden und Barcelona waren dann das Tüpfelchen auf dem i, was mich dazu motiviert mit Feuer in Kona an der Startlinie zu stehen und das Profifeld aufzumischen. Triathlon ist einfach ein wichtiger Teil meines Lebens, in dem ich mich Verwirklichen kann und ganz viele neue Seiten von mir entdecke.

Wie helfen diese Erfahrungen dir beim Coaching?

Ich kenne einfach alle Situationen in die man als Athlet kommen kann selber. Alle Höhen und Tiefen, von Siegen und Erfolgsmomenten bis zu Niederlagen und Verletzungen habe ich alles erlebt und kann mich sehr gut in diese Situationen hinein versetzen. Das hilft mir unglaublich beim Coaching. Zusammen mit Chris habe ich es immer geschafft Hindernisse aus dem Weg zu räumen und in Erfolge umzumünzen. Genau das mache ich mit meinen Athleten. Erfolge sammeln und Träume leben.

Was hat Dich dazu befähigt deine Träume zu leben und wie gibst Du das an deine Athleten weiter?

Ich lerne gerne von anderen und so waren es neben Chris immer Bücher die mich tief berührt und mich auch motiviert haben. Ganz am Anfang war es „A Life without Limits“ von Chrissie Wellington. Ich bewundere Chrissie heute noch und ihre Geschichte hat mich inspiriert. Sie hilft mir auch durch harte Einheiten zu kommen. Chrissie war auch der Grund warum ich mich damals in Roth angemeldet habe ohne jemals einen Triathlon gemacht zu haben. Sie 2013 in Kona zu treffen hat bestimmt auch ein bißchen zu meinem Agegroup WM-Titel beigetragen. Das zweite Buch ist „How bad do you want it“ von Matt Fitzgerald, was mir im letzten Jahr sehr dabei geholfen hat, wirklich an meine Grenzen zu gehen und alles aus mir herauszuholen. Die Erfahrungen von anderen Menschen helfen mir eigene Ideen und Visionen zu entwickeln und zu verfolgen. Es ist ein stetiger Prozess und diesen durchlebe ich auch mit meinen Athleten. Man kann von anderen lernen und wird dadurch selber erfolgreich mit seinen Träumen.

Coaching und selber große Ziele verfolgen, wie passt das zusammen?

Schwer, da beim Coaching unsere Philosophie ist, dass dem Athleten immer die volle Aufmerksamkeit gehören muss. Das ist für mich im Moment nur für 1-2 Athleten machbar, damit ich meinen eigenen Ansprüchen als Coach gerecht werde und gleichzeitig meine ambitionierten sportlichen Ziele erreichen kann. Ich bin ein Typ der Dinge immer zu 110% macht – woran mein Coach manchmal verzweifelt – und deswegen habe ich mein Coaching aktuell zurückgefahren. Wer mit mir arbeitet soll auch immer das beste bekommen, im Mittelpunkt stehen und sicher seine eigenen Träume verfolgen können. Das macht mich glücklich und hilft mir sehr bei meinem eigenen Training.