Tag 15 – Kona Blog 2017

Jetzt heißt es hier auf Hawaii nur noch einmal schlafen und dann ist es so weit. Race Day. Der Tag wird nachts um 03:30 Uhr für uns losgehen. Alles in einer gut eingespielten Routine. Aufstehen, Kaffee kochen und kurz duschen. Danach ein Frühstück. Entweder aus Haferflockenbrei (ja ich weiß, trendy ist overnight-oats) oder aus Riegeln. Je nachdem worauf gerade Lust ist und was reingeht. Zu viel muss es eh nicht sein. Durch das Carboloading der Vortage sind die Speicher gut gefüllt und nur das über Nacht verbrauchte Leberglykogen soll aufgefüllt werden. Ist das erledigt, kommt der komplizierte Teil. Astrids Rennfrisur muss geflochten werden, damit die Haare über den Tag nicht aufgehen und gut unter den Helm passen. Dann wird Sonnencreme aufgetragen und der Zeitmesschip am Fußgelenk festgemacht und mit einer Sicherheitsnadel gesichert. Meistens ist jetzt noch etwas Zeit für ein paar entspannte Minuten mit Musik auf dem Bett, bevor es noch einmal (oder zweimal, oder dreimal) ins Bad geht. Man merkt wenn der Körper bereit ist für ein Rennen. Er nimmt nichts mit, was nicht mit muss. Dann wird Vaseline aufgetragen, fingerdick an jede Stelle die scheuern könnte. Das Salzwasser bzw. das Salz daraus sorgt sonst später für schmerzhafte Stellen. Dann wird  der Einteiler angezogen, T-Shirt drüber und ab geht es zum Start. Wir werden vermutlich gegen 4:45 Uhr – 5:00 da sein. Fast zwei Stunden vor dem Start. Es ist noch einiges zu tun. Bodymarking, das auftragen der Startnummern auf den Arm, Rad checken, Special Needs abgeben um auf der Strecke teilweise seine eigene Verpflegung zu haben und später dann das Aufwärmprogramm. Gegen 06:25 Uhr wird Astrid dann ins Wasser gehen, noch bis zur Startlinie schwimmen, ein paar kurze Sprints machen damit der Körper bereit ist und dann auf den Start um 06:40 Uhr warten. Warten heißt übrigens Wassertreten, denn im Startbereich ist das Wasser etwas 5 Meter tief. All das wird unter den Augen von 20.000 – 30.000 Zuschauern rundherum auf den Piers, Mauern und Kaffees passieren, die Helikopter werden über den Köpfen kreisen und die Sonne langsam ihre ersten Strahlen über den Vulkan werfen. Und dann kracht die Kanone und alle Anspannung wird sich mit einem Schlag auflösen, weil nur noch eines zählt: Vorwärts!

Version 2

Bis dahin ist es jetzt noch ein wenig Zeit. Astrid hat gestern noch einmal 90 Minuten auf dem Rad trainiert und ist 30 Minuten darauf gelaufen, sowie 20 Minuten geschwommen. Dies schon recht früh, da um 11:00 Uhr ein Termin bei der Physiotherapie war und wir um 13:00 Uhr beim Pro-Briefing sein mussten. Dort wurden noch einmal alle Regeln und Änderungen erläutert. Diesmal gab es nichts wirklich Neues zu erfahren und danach ging es dann auf die Couch. Klingt nicht nach viel Programm, aber wir waren von 04:40 Uhr bis 14:30 beschäftigt. Dabei ist im ganzen Ort Ausnahmezustand, da alle Athleten unterwegs sind, die Zuschauer bereits alle angereist sind und die Aufbauarbeiten beginnen. Es ist sehr wuselig und von Ruhe keine Spur. Also hält man sich am besten aus dem Trubel raus. Es ist sowieso der Tag, den Astrid gefühlt am wenigsten mag, denn zwei Tage vor dem Rennen steht das so genannte Carboloading an. Es gilt die Kohlehydrat- und Salzspeicher aufzufüllen und das geht halt mit Essen. Neben dem normalen Essen liegt der Fokus darauf 10g Kohlehydrate / kgKörpergewicht zu zu führen. Nicht immer die spaßigste Angelegenheit. Nebenbei wurden noch alle Wettkampfuntensilien bereit gelegt, die Ernährung vorbereitet bzw. zurecht gelegt und die Stromversorgung der Schaltung sichergestellt. Abends ging es wie immer pünktlich ins Bett.

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Heute am letzten Tag vor dem Rennen, sind wir wieder um 04:40 aufgestanden. Für mich standen nach dem Frühstück ein paar Telefonate an, während Astrid die Gelegenheit genutzt hat noch etwas zu schlafen. Es sind auch schön viele Nachrichten angekommen, um Astrid für morgen viel Erfolg zu wünschen und sie freut sich über jede einzelne davon. Um 08:15 Uhr ging es dann für 40 Minuten mit 2×5′ 70.3-Racepace aufs Rad gefolgt von 15 Minuten in den Laufschuhen. Direkt danach werden die Kalorien wieder aufgefüllt und etwas gelesen. Ich habe in der Zeit das Rad noch einmal geputzt, die Reifen auf Beschädigungen kontrolliert und die Schaltrollen gängiger gemacht.

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Gegen Mittag ist Astrid dann noch einmal für 15 Minuten in den Pool gesprungen um 800m zu schwimmen und im Anschluss wieder die Beine hochzulegen. Um 17:15 wird dann das Rad eingecheckt und die Wechselbeutel abgegeben. Jetzt wird nur noch zu Abend gegessen, die Beine kurz locker massiert und dann geht es ab ins Bett. Und wenn der Wecker klingelt, passiert all das was oben in diesem Blog steht.

Übrigens kann man das Rennen ab 18:35 Uhr im Livestream auf ironman.com oder auf zdf.de verfolgen. Erstmals geht es auch auf www.redbull.tv/ironman (was auch per App auf Smartphones, Tabletts oder Smart TV geht). Ab 0:25 – 3:45 Uhr geht es dann auch live auf dem ZDF im Fernsehen. Ich denke, dass sind die Übertragungen mit den qualifiziertesten Kommentatoren. Wer Astrid die ganze Zeit im Blick haben möchte, kann dies mit der Ironman Tracker App tun, die ihr im Appstore auf dem iPhone oder einem Android Gerät runterladen könnt.

Jetzt aber einen tollen Samstag für euch und hier eine gute Nacht.

Morgen kommt der Tag auf den wir uns freuen.

Grüße von der Insel,

Chris

4 Gedanken zu “Tag 15 – Kona Blog 2017

  1. Herfs Thomas schreibt:

    Viel Erfolg und wir drücken in Aachen Dir ganz fest die Daumen für einen guten Wettkampf. Du machst das !!!
    🌎☀️🏊🏻‍♀️🚴‍♀️🏃💪🏻🍀😊🇩🇪🇺🇸

    Adieda aus dem Westend
    Thomas

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