Durchbruch bei der Challenge Almere

Es gibt nichts was einen so stark macht wie ein Traum. Manchmal erscheint dieser aber so weit weg, dass man sich nicht traut daran zu glauben. Hier komme ich ins Spiel, in dem von diesem Traum ein Ziel abgeleitet wird, für welches es wieder Zwischenziele gibt. So gestalte ich gemeinsam mit meinen Athleten einen Weg, der meßbare Ergebnisse hervorbringt und gleichzeitig von einem Traum mit Leidenschaft befeuert wird. Daten und Motivation sind der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

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Stephan kam mit so einem Traum zu mir und wie bei so vielen heisst dieser Traum Kona. Dieser Ort auf Big Island, der Jahr für Jahr die Triathleten anzieht wie ein Magnet. Stephan ist in der AK 60-64 und als wir uns kennenlernten hatte er ihn, diesen Traum. Aber die Leistung war noch sehr weit weg. 14h hat er bei seinem ersten Ironman benötigt. Ich finde, mit 61, eine sehr beeindruckende Leistung. Aber sehr weit weg von der Quali für Kona. Gemeinsam haben wir dann das Training analysiert, umstrukturiert und einen langfristigen Plan erarbeitet. Nach nun mehr 9 Monaten kam der erste wirkliche Gradmesser. Die Halbdistanz Challenge Almere. War Stephan zuvor noch über 72 Minuten bei einer Halbdistanz vom ersten Platz seiner AK entfernt, so hat er bei der Challenge Almere seinen Durchbruch erlebt. Platz 5 in der AK 60-64 und sein Rückstand auf Platz 1 betrug nur noch 19 Minuten. Ich habe mich vom anderen Ende der Welt – von der 70.3 WM in Chattanooga um genau zu sein – so unglaublich mit Stephan gefreut. Es gibt nichts Schöneres für einen Coach als das Glück nach einem perfekten Finish seines Athleten. Stephan hat nicht nur gestrahlt, sondern er trägt dieses Glücksgefühl nun seit mehr als einer Woche mit sich herum. Herzlichen Glückwunsch dazu auch noch einmal an dieser Stelle. Stephan, Du bist der Knaller!

Wo war nun der Schlüssel zu diesem Ergebnis? Wir haben gemeinsam das Rennen objektiviert, einen Plan erarbeitet und Stephan hat diesen im Rennen perfekt ausgeführt. Nach einem zurückhaltenden Schwimmen, bei dem aber die Wahl der richtigen Linie entscheidend war kam der erste Wechsel. Aufgrund des vorhergesagten Wetters mit Regen und 14 Grad, trafen wir die Entscheidung mit einer Regenjacke aufs Rad zu steigen. Auch wenn diese uns ein paar Watt kosten sollte, war es wichtiger die Körperwärme zu halten und während des ganzen Rennens nicht zu frieren. Nach 30 Minuten auf dem Rad, bei denen Stephan perfekt nach Wattvorgabe gearbeitet hat, sind seine Vector-Pedalen ausgefallen und lieferten ihm keine Wattwerte mehr. Hier hat Stephan mich am meisten beeindruckt, als er ganz cool auf seine Pulsvorgabe und seine gefühlte Anstrengung nach der Borg-Skala umgeschaltet hat. Diese drei Werte werden bei jeder Planung berücksichtig und der Einsatz im Training macht dies zur Routine. Auch die Ernährung haben wir minutiös durchgeplant und aufgrund der Außentemperaturen die Energiezufuhr etwas erhöht. Stephan erreichte T2 mit einer neuen Radbestzeit und wechselte dann auf die Laufstrecke. Auch hier konnte er aufgrund der konsequenten Einhaltung des Plans sein Tempo von Anfang an gut laufen und ließ sich auch nicht dadurch beirren, dass er das Gefühl hatte schneller laufen zu können. Erst ab km 18 hatte er die Freigabe Vollgas zu laufen. Da Stephan die einzige Krise des Rennens mit Magenproblemen am Beginn des Laufs hatte und diese auch mit seiner Ernährungsstrategie überwunden hat, lieferte er auch hier perfekt ab. Mit seinem schnellsten Halbmarathon auf einer Halbdistanz finishte er – trotz Gesamtwechselzeiten von 13(!!!) Minuten – 11 Minuten unter seiner gewünschten Zielzeit und damit auf Platz 5 seiner AK.

Nach einer Ruhewoche folgt nun die Vorbereitung für das Saisonhighlight, den Ironman Western Australia Anfang Dezember. Hier gilt es das Ergebnis vom Ironman Mallorca zu verbessern und „nur“ die Richtung aufzuzeigen in die es geht. Der Angriff auf die Konaqualifikation ist dann in 2019 geplant und bei Stephans Motivation und seiner Disziplin nicht mehr nur ein Traum, sondern ein Ziel!

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