Wie Astrid Stienen sich für Hawaii qualifizierte

Life is like a box of chocolate. You never know what you get. Nach dem süßen Sieg in Barcelona, bei dem Astrid das Rennen nach belieben dominiert und diktiert hat, kam die bittere Verletzung, welche sie fast zwei Monate pausieren ließ. Körperlich und mental eine harte Phase. Wie hart, könnt ihr in ihrem Blog lesen.

Jetzt standen wir vor der Frage, was tun? Es fehlten noch 1300 Punkte zur sicheren Quali und das Hauptziel dieses Jahr war es so erholt wie möglich nach Kona zu kommen. Nachdem wir Ende Februar das endgültige GO der Therapeuten bekommen haben, entschieden wir uns mit einer guten Grundlagen-, aber keiner Rennform in Südafrika zu starten. Das einzige Ziel: Platz 7 und die Quali. Wie aber geht man so ein Rennen an, wenn noch die Substanz und die Spritzigkeit fehlt?

Mit Intelligenz und Geduld. Für beides bedarf es im Rennen eines kühlen Kopfes und – soviel darf ich sagen – den hatte Astrid und das macht einen Siegertypen aus.

Also legten wir vor dem Rennen die Taktik fest. Schwimmen sollte sie versuchen in eine Gruppe zu kommen um dann auf dem Rad geduldig und progressiv zu fahren. Der Plan mit der Gruppe schlug fehl und Astrid kam als 20. aus dem Wasser. Danach hat sie aber alles perfekt umgesetzt. Astrid sollte die erste von zwei Radrunden mit ca. 25 Watt weniger als in Barcelona angehen und dann auf der zweiten Runde 5-10 Watt zu legen. Nach Runde 1 war sie auf Platz 14, nach Runde 2 auf Platz 6. Die erste Runde fuhr sie übrigens das gleiche Tempo wie Daniela Ryf. Die letzten 45km die drittschnellste Zeit von allen. Astrid und Daniela Ryf fuhren im Gegensatz zu allen anderen ein progressives Tempo. Die Taktik für den Marathon war ein möglichst konstantes Tempo. Da jedoch die Rennsituation sehr eng war in T2, entschieden wir uns etwas schneller anzugehen und die Konkurrentinnen früh unter Druck zu setzen. Alle hinter Astrid haben sich bei dem Versuch die Lücke zu schließen entweder übernommen und sind geplatzt oder haben es nicht geschafft sie zu schließen. Platz 4 und die Quali sind das Ergebnis einer perfekt umgesetzten Taktik und dem unbedingten Willen einen harten Kampf zu liefern. Für Hawaii wird zu diesen beiden Faktoren noch die notwendige Fitness kommen. Ich bin sicher Astrid wird dort viele überraschen. Astrid hat also aus den gegebenen Umständen das perfekte Rennen gemacht. Nun ist es die Aufgabe von mir, die Umstände für Hawaii zu verbessern und Astrid dort perfekt vorbereitet als „La Machina“ an den Start zu bringen.

Übrigens Renntaktik ist nicht nur für Profis das A und O in einem Rennen. Intelligente Planung und Wissen um seine Fähigkeiten sind für jeden Wettkampfsportler essentiell und gehören vor jedem Rennen ins Gepäck.

In diesem Sinne: Smart racing

Chris

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